PayPal hat mit einer neuen App-Struktur begonnen, die das bisherige Menü durch drei Tabs am unteren Rand ersetzt. Die Umstellung läuft schrittweise über mehrere Wochen und betrifft zunächst die deutsche PayPal-App. Für Shopbetreiber, die PayPal als Zahlungsmethode anbieten, ist der Umbau indirekt relevant – Kunden sehen künftig eine andere Oberfläche, wenn sie ihre Zahlungen verwalten oder Guthaben einsehen.
Was ändert sich in der PayPal-App?
Die neue Navigation gliedert sich in drei Bereiche. „Home“ bündelt Guthaben, Rewards-Punkte und Cashback-Angebote. „Senden“ fasst Überweisungen und gemeinsame Zahlungspools zusammen. Unter „Konto“ finden Nutzer die Einstellungen. Das bisherige seitliche oder obere Menü entfällt damit.
PayPal verfolgt damit einen verbreiteten Ansatz in der App-Entwicklung: Die wichtigsten Funktionen sollen mit weniger Klicks erreichbar sein. Ob das für alle Nutzer tatsächlich ein Gewinn ist, bleibt abzuwarten – gerade Händler, die häufig zwischen Kontoauszügen, Gebührenübersichten und Käuferschutz-Fällen wechseln, müssen sich erst an die neue Logik gewöhnen.
Warum beendet PayPal die Google-Wallet-Kooperation?
Zeitgleich zur App-Umstellung endet die Integration von PayPal in Google Wallet. Seit dem 16. Juni können deutsche Nutzer PayPal nicht mehr als Zahlungsquelle in Google Wallet hinterlegen. Das bedeutet: Kontaktloses Bezahlen mit PayPal über Google Pay ist nicht mehr möglich.
Für Online-Händler ändert sich am Checkout zunächst nichts. PayPal bleibt als Zahlungsmethode im Shop verfügbar. Verändert hat sich lediglich die In-Store-Nutzung über Google Pay. Wer PayPal bisher für physische Käufe per Smartphone nutzte, muss auf eine andere Zahlungsquelle ausweichen oder zur PayPal-App zurückkehren.
Die Kooperationsbeendigung passt zu einer breiteren Strategie: PayPal baut seine eigene App-Ökosystem-Stärke aus und reduziert gleichzeitig Abhängigkeiten von Drittanbieter-Plattformen. Für Händler ist das ein weiteres Signal, dass Payment-Optionen im mobilen Kontext nicht statisch sind – was heute funktioniert, kann morgen durch eine App- oder Plattform-Entscheidung eingeschränkt werden.
Welche Handlungsimpulse ergeben sich für Shopbetreiber?
Händler sollten prüfen, wie stark ihr Kundenstamm PayPal im stationären Bereich nutzt. Betreibt ihr Showrooms, Pop-up-Stores oder stationäre Verkaufsstellen mit mobiler Zahlung, lohnt sich ein Blick auf die Alternativen. Shopify-Händler mit Shopify Payments und integriertem Tap to Pay können die Anpassung leichter verkraften, weil sie nicht auf PayPal als alleinige mobile Zahlungsquelle angewiesen sind.
Im Online-Shop bleibt PayPal nach wie vor eine relevante Conversion-Treiber-Methode. Wer seine Zahlungsseite allerdings übermäßig auf Paypal ausgerichtet hat, sollte die Abhängigkeit kritisch hinterfragen. Eine zusätzliche Alternative wie Klarna, Apple Pay oder Google Pay direkt kann das Risiko einer einzelnen Anbieter-Entscheidung reduzieren.
Die PayPal-App wird einfacher – aber die Payment-Landschaft für Händler wird dadurch nicht weniger komplex.
Die neue Drei-Tab-Struktur ist kein revolutionärer Schritt, aber ein typisches Beispiel dafür, wie Zahlungsanbieter ihre mobilen Apps kontinuierlich neu aufstellen. Shopbetreiber profitieren am meisten, wenn sie ihre Zahlungsanbieter regelmäßig auditieren und nicht alle Eier in einen App-Ökorb legen.
