American Express treibt seine B2B-Offensive voran. Der Kreditkartenanbieter kooperiert mit Bottomline, einem Spezialisten für Business-Payment-Software, um Zahlungsabläufe zwischen Einkäufern und Lieferanten zu vereinfachen. Ziel ist es, manuelle Prozesse in der Rechnungsabstimmung zu reduzieren und elektronische B2B-Zahlungen stärker zu verankern.
Was ändert sich konkret bei den B2B-Zahlungen?
Die Partnerschaft ergänzt zwei bestehende American-Express-Produkte: Buyer Initiated Payments (BIP) und das Supplier Management Solutions-Programm. BIP erlaubt Einkäufern, elektronische Zahlungen direkt an Lieferanten auszulösen. Über Bottomline werden nun zwei neue Funktionen integriert.
Erstens führt American Express eine neue B2B-Zahlungsfunktion ein, über die Unternehmen Rechnungen gezielt steuern können. Zweitens kommen automatisierte Rechnungsberichte hinzu. Diese Reports sollen Lieferanten helfen, Zahlungen schneller den korrekten Rechnungen zuzuordnen. Für deutsche Großhändler und Hersteller, die im B2B-Bereich mit internationalen Kunden arbeiten, kann das den Zahlungseingang beschleunigen.
Warum B2B-Zahlungen noch immer hinter dem B2C-Markt zurückfallen
Während Verbraucher Checkout-Prozesse in Sekunden erwarten, dauern B2B-Transaktionen oft Tage. Gründe sind komplexe Genehmigungsworkflows, unterschiedliche Zahlungsziele und die manuelle Zuordnung eingehender Beträge. Laut einer Studie von PYMNTS aus dem Jahr 2024 verarbeiten viele mittelständische Unternehmen in Europa ihre B2B-Rechnungen noch teilweise manuell.
Genau hier setzt die Kooperation an. American Express bringt das Zahlungsnetzwerk, Bottomline die Software für Rechnungsverarbeitung und Lieferantenmanagement. Gemeinsam wollen beide Unternehmen erreichen, dass Lieferanten Zahlungen nicht erst aufwendig kontieren müssen, sondern die nötigen Informationen direkt mit der Transaktion erhalten.
Welche Händler profitieren von der neuen Lösung?
Das Angebot richtet sich vor allem an größere Einkaufsabteilungen und Lieferanten, die bereits mit American Express BIP arbeiten oder dies planen. Für deutsche E-Commerce-Unternehmen mit eigenem B2B-Geschäft – etwa Hersteller, Großhändler oder Marktplatz-Betreiber – kann die Integration interessant sein, wenn sie regelmäßig viele Rechnungen an internationale Abnehmer stellen.
Wichtig ist: American Express BIP ist keine klassische Shop-Zahlungsart für den Checkout, sondern ein Tool für eingeloggte Geschäftskunden-Portale oder ERP-gesteuerte Bestellprozesse. Unternehmen, die auf Plattformen wie Shopify Plus, Shopware oder Adobe Commerce B2B setzen, müssen die Lösung gezielt an ihre bestehende Prozesslandschaft anbinden.
Ein Vorteil bleibt unbestritten: Je besser Zahlungs- und Rechnungsdaten automatisch zusammenlaufen, desto geringer ist das Ausfallrisiko durch Fehlbuchungen oder verzögerte Zahlungen. Das wiederum verbessert die Liquiditätsplanung – ein Thema, das für E-Commerce-Betreiber mit hohem Warenumsatz zunehmend wichtiger wird.
