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Amazon Zollgebühr für Importe: Was Händler ab Juli 2025 zahlen müssen

Amazon Zollgebühr für Importe: Was Händler ab Juli 2025 zahlen müssen

Ab Juli 2025 berechnet Amazon für über die globale Inbound-Logistik eingeführte Produkte eine neue Zollgebühr. Der Schritt trifft vor allem Marketplace-Händler, die Waren außerhalb der EU beschaffen und über Amazon-Logistikzentren innerhalb Europas verteilen lassen. Für viele Shop-Betreiber ändert sich damit die Kostenrechnung im E-Commerce deutlich.

Was bedeutet die neue Amazon Zollgebühr konkret?

Amazon erhebt die Gebühr für Sendungen, die aus Drittstaaten wie China, Vietnam oder der Türkei in EU-Lager gelangen. Betroffen sind Waren, die bereits bei der Einfuhr zollrechtlich relevant sind und über den Pan-EU-FBA- oder das Multi-Country-Inventory-Programm verteilt werden. Amazon selbst übernimmt dabei nicht die Kosten für Zölle und Einfuhrabgaben, sondern leitet sie an Verkäufer weiter – plus einer Bearbeitungspauschale.

Der Händlerbund weist darauf hin, dass die Gebühr unabhängig vom Verkaufskanal anfällt. Wer also parallel über den eigenen Shopify-Shop oder WooCommerce-Store verkauft, aber Amazon-Logistik nutzt, muss die Kosten dennoch tragen. Die exakte Höhe richtet sich nach Warenwert, Zollsatz und Ursprungsland.

Kernsatz: Amazon übernimmt nur die Abwicklung, nicht die Kosten. Verkäufer zahlen Zoll, Abgaben und Bearbeitungsgebühr.

Wer ist besonders betroffen?

Betroffen sind in erster Linie Amazon FBA-Händler mit Beschaffung außerhalb der EU. Das betrifft einen großen Teil der Mode-, Elektronik- und Haushaltswaren-Branche. Private-Label-Anbieter, die über Alibaba oder direkt chinesische Hersteller beliefern lassen, spüren die Auswirkungen sofort. Auch Dropshipping-Modelle über Amazon werden komplexer, wenn die Ware zuvor in ein EU-Lager eingeführt wird.

Shopbetreiber, die bisher ausschließlich über den eigenen Onlineshop verkauft haben und nun Amazon als zusätzlichen Kanal prüfen, sollten die Zollgebühr in ihre Margenkalkulation einpreisen. Wer bereits Shopify Markets, WooCommerce mit Multi-Currency-Setup oder Adobe Commerce für internationale Vertriebsstrukturen nutzt, kann diese Daten nutzen, um Länder- und Ursprungsrisiken besser abzubilden.

Wie sollten Händler reagieren?

Die dringendste Maßnahme ist eine transparente Kalkulation. Händler sollten prüfen, welche Produkte künftig über Amazon FBA eingeführt werden und wie sich Zoll, Abgaben und Bearbeitungsgebühr auf den Einstandspreis auswirken. In vielen Fällen lohnt sich eine Neuverhandlung mit Lieferanten oder ein Wechsel des Einfuhrlandes.

Für Händler mit hohen Importvolumen kann es sinnvoll sein, Zollberater oder spezialisierte Fulfillment-Dienstleister einzubeziehen. Tools wie Taxdoo oder hellotax helfen dabei, Umsatzsteuer- und Zollprozesse zu automatisieren – besonders wer crossborder verkauft, sollte hier keine Lücken lassen.

„Wer seine Warenkosten nicht bis zum Lagerregal durchkalkuliert, riskiert im vierten Quartal 2025 eine unangenehme Gewinnwarnung.“

Langfristig wird sich die neue Amazon Zollgebühr in den Preisen niederschlagen. Ob Händler die Kosten an Endkunden weitergeben können, hängt vom Wettbewerbsumfeld ab. Bei kommoditisierten Produkten ist das schwierig, bei Nischenartikeln mit starker Markenbindung eher möglich.

Die Entscheidung von Amazon passt in einen breiteren Trend: Marktplätze externarisieren Kosten und regulatorische Risiken zunehmend an ihre Verkäufer. Wer im europäischen E-Commerce nachhaltig erfolgreich sein will, muss Logistik, Zoll und Steuern als strategische Kostenfaktoren behandeln – nicht als lästiges Afterthought.