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American Express startet „Pay with Points“ in Apple Pay – was das für Händler bedeutet

American Express startet „Pay with Points“ in Apple Pay – was das für Händler bedeutet

Apple Pay verkauft sich bei vielen Kunden bereits deshalb gut, weil der Bezahlvorgang schnell und ohne Tippen von Kartendaten abläuft. Nun kommt eine weitere Komfortfunktion hinzu: American-Express-Karteninhaber in den USA können ihre Membership-Rewards-Punkte ab sofort direkt innerhalb von Apple Pay einlösen. Das teilte der Kartenaussteller Ende Juni in einer Pressemitteilung mit. Der Schritt ist weniger eine Revolution für Shopbetreiber als vielmehr ein Indikator dafür, wie Loyalty-Programme und mobile Bezahlmethoden weiter zusammenwachsen.

Die neue Funktion trägt den Namen „Use Pay with Points with Apple Pay“. Sie ermöglicht es berechtigten Kunden, alltägliche Einkäufe mit Punkten zu begleichen, ohne die Amex-App oder das Online-Banking zu öffnen. Stattdessen wählen sie an der Apple-Pay-Kasse die Option aus, mit Punkten zu zahlen, und sehen sofort, wie viele Punkte der jeweilige Betrag kostet. Für den Händler ändert sich an diesem Vorgang fast nichts: Er erhält weiterhin eine reguläre Kartenzahlung, lediglich die Belastung der Karte wird durch einen Punkteeinsatz reduziert oder vollständig gedeckt.

Was bedeutet das für deutsche Online-Händler?

Für den stationären und digitalen Handel in Deutschland ist die Funktion zunächst nicht verfügbar. American Express hat sie zunächst für US-Kunden gestartet. Dennoch lohnt sich ein Blick darauf, weil Apple Pay in deutschen Onlineshops längst keine Randerscheinung mehr ist. Laut einer Umfrage des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland nutzen rund 60 Prozent der Online-Händler mittlerweile Apple Pay als Zahlungsoption.

Wenn „Pay with Points“ nach Deutschland kommt, wird es vor allem den durchschnittlichen Warenkorbwert und die Conversion-Rate in der Gruppe bestehender Amex-Kunden beeinflussen. Loyalty-Punkte senken die wahrgenommenen Kosten eines Kaufs. Kunden, die sonst überlegen würden, ob ein Produkt den Preis wert ist, entscheiden sich schneller, wenn ein Teil des Betrags mit Punkten beglichen werden kann. Für den Händler entsteht daraus kein zusätzlicher Aufwand – aber auch kein zusätzlicher Umsatz pro Transaktion. Die Kosten für Kreditkartenzahlungen bleiben unverändert, da Amex die Punkteverrechnung intern abwickelt.

Kernsatz: „Pay with Points“ verändert nicht die Technik im Checkout, sondern die Kaufmotivation auf Kundenseite.

Welche Payment-Strategie ergibt sich daraus?

Händler, die bereits Apple Pay anbieten, müssen technisch nichts anpassen. Die Funktion läuft über die bestehende Apple-Pay-Infrastruktur. Wer Apple Pay noch nicht anbietet, sollte die Zahlungsmethode nicht primär wegen der Punktefunktion einführen, sondern wegen der generell höheren Checkout-Abschlussrate. Studien zeigen wiederholt, dass digitale Wallets die Conversion im mobilen Einkauf verbessern, weil Kunden weniger Reibung beim Bezahlvorgang erleben.

Interessant ist die Entwicklung auch für Händler mit internationalem Geschäft. Amerikanische Touristen und Geschäftsreisende sind eine relevante Kundengruppe für viele deutsche Onlineshops, insbesondere in den Bereichen Mode, Technik und Premium-Consumer-Goods. Wenn diese Kunden ihre Punkte einlösen können, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei einem Händler abschließen, der Apple Pay akzeptiert. Das ist kein strategischer Gamechanger, aber ein kleiner Wettbewerbsvorteil.

Kommt die Funktion bald nach Europa?

American Express hat sich zu einem Zeitplan für Europa noch nicht geäußert. Erfahrungsgemäß testet der Anbieter neue Payment-Features zunächst in den USA, bevor sie auf andere Märkte ausgeweitet werden. Händler sollten den Rollout beobachten, aber nicht darauf warten. Die Priorität liegt weiterhin darauf, das Zahlungsangebot breit aufzustellen: Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay und ggf. regionale Wallets wie PayPal oder Klarna je nach Zielgruppe.

Langfristig könnte „Pay with Points“ Apple Pay stärker vom reinen Payment-Rails-Anbieter zum Loyalty- und Shopping-Erlebnis wandeln. Wenn Apple und weitere Kreditkartenanbieter ähnliche Funktionen integrieren, entsteht ein Ökosystem, in dem der Checkout nicht nur bezahlt, sondern auch belohnt. Für E-Commerce-Manager bleibt die Botschaft klar: Beobachten, aber nicht überbewerten.