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Walmart vs. Costco: 27 Prozent Wachstum gegen die Macht der Mitgliedskarte

Walmart vs. Costco: 27 Prozent Wachstum gegen die Macht der Mitgliedskarte

Walmart jagt Amazon. Costco schert aus. Der Discounter aus Bentonville versenkt in diesem Jahr 18,6 Milliarden US-Dollar in Logistik und Technologie, während der Großhandelsriese aus Issaquah seine Kunden mit einer einfachen Regel lockt: Wer einkaufen will, zahlt zuerst. Beide Unternehmen verdienen Milliarden. Ihre Wege könnten kaum unterschiedlicher sein.

Warum investiert Walmart 18,6 Milliarden Dollar in Digitalisierung?

In den jüngsten Quartalszahlen verzeichnete Walmart ein E-Commerce-Umsatzwachstum von 27 Prozent. Treiber sind die Expansion des eigenen Marktplatzes sowie Investitionen in digitale Infrastruktur. Das Management setzt auf schnelle Lieferung und flexible Abholung. Mit 18,6 Milliarden US-Dollar Kapitalaufwand für Logistik und Tech-Entwicklungen in diesem Jahr untermauert der Konzern aus Bentonville seine Ambitionen im Netzhandel. Die digitale Kundenerfahrung soll für Millionen Nutzer konkurrenzlos werden. Das Ziel lautet Kundenbindung auf Biegen und Brechen. Der Preis für diese Offensive ist hoch.

Wie begeistert Costco Anleger trotz nur 13,6 Prozent Wachstum?

Costcos E-Commerce-Wachstum lag im vierten Quartal bei 13,6 Prozent. Das klingt im direkten Vergleich zu Walmart bescheiden, bleibt aber äußerst stabil. Der Konzern konzentriert sich nach wie vor auf das In-Store-Erlebnis und seine Mitgliedschaftsstruktur. Diese Strategie hat den Nettogewinn um 10,9 Prozent auf 2,61 Milliarden US-Dollar steigen lassen. Die Kunden treten in langen Schlangen an. Sie zahlen jährlich Gebühren für das Privileg, überhaupt einkaufen zu dürfen. Diese Loyalität ist Costcos stärkste Waffe gegen jede digitale Wachstumsstrategie.

Was verraten P/E-Ratios von 40 und 49 über die Zukunft?

Die Kennzahlen sprechen eine klare Sprache. Walmart steigerte den Nettogewinn um 33 Prozent und liegt damit deutlich über Costcos 10,9 Prozent. An der Börse bewertet das Kapitalmarkt Walmart mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 40. Costco notiert mit einer P/E-Ratio von 49. Die niedrigere Bewertung Walmarts spiegelt die raschere Wachstumsdynamik wider, die institutionelle Anleger durchaus reizt. Costco gilt als defensiver Titel. Seine Stärke liegt in der Beständigkeit. Wer auf Rendite setzt, schaut nach Bentonville. Wer auf Stabilität setzt, kauft Issaquah.

Wem gehört die Zukunft des E-Commerce?

Beide Konzerne stehen vor unterschiedlichen Zerreißproben. Walmart muss sein schnelles E-Commerce-Wachstum halten, ohne die Margen zu sehr zu belasten. Costco braucht mehr Tempo im Digitalgeschäft. Dabei darf der Konzern den Wert seiner Mitgliedschaft nicht verwässern. Die Verbraucheraktivität bleibt schwankend. Die Kostenentwicklung ist ungewiss. Bis 2026 werden beide Strategien sicherlich nicht konvergieren. Für Händler und Investoren heißt die Lehre: Es gibt nicht den einen Weg im Online-Handel. Die Frage ist nicht, welche Strategie die bessere ist. Die Frage lautet, auf welchem Weg man steht – und ob man das Risiko bis 2026 trägt.