News Conversion-Rate

Kleinanzeigen integriert Klarna Sofort bezahlen: Direktüberweisung kehrt zurück

Deutschlands größter C2C-Marktplatz bringt eine Zahlart zurück, die viele für ausgestorben hielten: die Direktüberweisung vom Bankkonto. Kleinanzeigen erweitert seinen hauseigenen Bezahlvorgang „Sicher bezahlen“ um die Option „Klarna Sofort bezahlen“, wie Techbook.de berichtet. Damit zahlen Käufer künftig direkt per Online-Banking – ohne Kreditkarte, ohne Umweg über ein Wallet.

Je nach verknüpftem Klarna-Konto stehen Käufern daneben Klarna-Guthaben, Kreditkarte oder Apple Pay zur Verfügung. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Der volle Kaufpreis ist sofort fällig. Ratenzahlung, spätere Zahlungsziele oder Finanzierungsangebote – das Kerngeschäft, für das Klarna in Shops wie Zalando oder About You bekannt ist – bleiben außen vor.

Warum setzt Kleinanzeigen auf die Direktüberweisung?

Die Antwort liegt im deutschen Zahlungsverhalten. PayPal dominiert zwar den E-Commerce, doch rund 15 bis 20 Prozent der Online-Käufer in Deutschland bevorzugen Überweisungsvarianten, zeigen Zahlen des Handelsverbands HDE. Gerade bei höherpreisigen Artikeln – und auf Kleinanzeigen wechseln Fahrräder, Möbel und Elektronik für mehrere hundert Euro den Besitzer – scheuen viele Käufer die Kreditkarte oder besitzen schlicht keine.

Für den Marktplatz ist die Klarna-Integration ein Kosten- und Conversion-Hebel zugleich. Jede zusätzliche Zahlart senkt die Abbruchquote im „Sicher bezahlen“-Checkout, und Direktüberweisungen verursachen in der Regel geringere Transaktionskosten als Kreditkartenzahlungen. Klarna wiederum bekommt Zugriff auf die riesige Transaktionsmasse von Kleinanzeigen: Mit über 50 Millionen Nutzern ist die Plattform der reichweitenstärkste C2C-Kanal in Deutschland.

Die Sofortüberweisung war nie tot – sie wartete nur auf einen großen Integrationspartner. Mit Kleinanzeigen bekommt sie die reichweitenstärkste Bühne des deutschen Online-Handels.

Was bedeutet das für Shopbetreiber?

Zunächst: Das ist eine Marktplatz-Neuerung, kein Shopsystem-Update. Wer bei Shopify, WooCommerce oder Shopware verkauft, muss nichts anpassen. Trotzdem lohnt der Blick über den Tellerrand, denn die Entscheidung von Kleinanzeigen bestätigt einen Trend, der auch den eigenen Checkout betrifft.

Klarna Sofort bezahlen ist der direkte Nachfolger der früheren Sofortüberweisung, die Klarna bereits 2014 übernommen hat. In klassischen Onlineshops ist die Zahlart seit Jahren verfügbar – bei WooCommerce etwa über das offizielle Klarna-Plugin, bei Shopware über die Klarna-Extension aus dem Community Store. Shopbetreiber, die Klarna bisher nur wegen des Kaufs auf Rechnung eingebunden haben, sollten prüfen, ob die Sofort-Option im eigenen Checkout aktiviert ist. Sie kostet keine zusätzliche Integration, deckt aber eine Käufergruppe ab, die sonst im Bestellprozess abspringt.

Kernsatz: Wer „Sofort bezahlen“ im Checkout anbietet, erreicht die 15 bis 20 Prozent deutscher Online-Käufer, die weder PayPal noch Kreditkarte nutzen wollen – ohne zusätzlichen Integrationsaufwand.

Payment-Vielfalt als Conversion-Frage

Der Fall Kleinanzeigen illustriert ein Prinzip, das für jeden Shop ab einer gewissen Größe gilt: Checkout-Abbrüche entstehen selten am Preis, sondern an der Zahlart. Baymard-Institut-Daten zeigen seit Jahren, dass rund ein Zehntel aller Kaufabbrüche auf fehlende bevorzugte Zahlungsmethoden zurückgeht. Bei einem Shop mit einer Million Euro Jahresumsatz entspricht das einem fünfstelligen Betrag, der im Warenkorb liegen bleibt.

Interessant ist auch, was Kleinanzeigen nicht anbietet: kein Kauf auf Rechnung, keine Ratenzahlung. Für einen Marktplatz mit Käuferschutz und anonymen Transaktionen zwischen Privatpersonen wäre das Ausfallrisiko kaum kalkulierbar. Für B2C-Shops mit geprüften Bestandskunden sieht die Rechnung anders aus – hier bleibt der Rechnungskauf eine der stärksten Conversion-Zahlarten überhaupt.

Konkrete Handlungsempfehlung für Shopbetreiber: die Zahlarten-Mischung im eigenen Checkout gegen die Abbruchquoten der letzten zwei Quartale spiegeln. Fehlt die Direktüberweisung, ist das eine Lücke, die sich mit einem Häkchen im Klarna-Dashboard schließt – günstiger wird ein Conversion-Hebel selten.