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Kroger schreibt 2,6 Milliarden ab: Warum der Riese seine Roboter-Lager dichtmacht

Kroger schreibt 2,6 Milliarden ab: Warum der Riese seine Roboter-Lager dichtmacht

2,6 Milliarden Euro. Genau diese Summe schreibt Kroger in nur einem Geschäftsjahr ab. Der Lebensmittelhändler nimmt die Belastung bewusst in Kauf. Denn die hochautomatisierten Fulfillment-Zentren, in die das Unternehmen zuletzt massiv investiert hatte, haben die finanziellen Erwartungen bei Weitem nicht erfüllt. Die Maschinen fraßen zu viel Kapital. Das Projekt stirbt. Weiter so ging es nicht.

Warum beendet Kroger sein Milliarden-Automatisierungsprojekt?

Die Entscheidung folgt einer nüchternen Bilanz. Kroger hatte in hochautomatisierte Lager investiert, um Online-Bestellungen effizient zu kommissionieren. Die Rentabilität blieb jedoch hinter den Planungen zurück. Das Management zog die Reißleine. Stattdessen baut der Konzern nun ein schlankeres Fulfillment-Netzwerk auf, das deutlich weniger Kapital bindet und sich schneller hochfahren lässt.

Wie sollen Uber Eats, DoorDash und Instacart Kroger voranbringen?

Kroger setzt verstärkt auf Partnerschaften statt auf eigene Technologie. Die Plattformen Uber Eats, DoorDash und Instacart eröffnen dem Händler Zugang zu einem Millionenpublikum, das er mit seinem Marken-Shop allein nie erreicht hätte. Kunden sollen Lieferungen innerhalb von 30 Minuten erhalten. Das deckt den wachsenden Bedarf nach Sofort-Belieferung ab. Kroger muss dafür nicht selbst in eine teure Logistik-Infrastruktur investieren.

Kann Kroger mit dem Umbau 400 Millionen Euro zusätzlich verdienen?

Die Umstrukturierung soll ab 2026 rund 400 Millionen Euro zusätzliche Profitabilität im Online-Geschäft generieren. Kroger will dieses Geld in bessere Preise und Konditionen für Kunden stecken. Kurzfristig belasten die Abschreibungen die Bilanz massiv. Langfristig erwartet das Management jedoch, dass die Einsparungen und die neue Ausrichtung die Kosten mehr als wettmachen.

Was bedeutet dieser Strategiewechsel für den Einzelhandel?

Kroger beweist, dass selbst milliardenschwere Automatisierungsprojekte scheitern können. Der Händler verweist zugleich auf zweistelliges E-Commerce-Wachstum in den vergangenen fünf Quartalen. Dieses Wachstum entstand aber nicht im isolierten Online-Silo, sondern durch die enge Verzahnung von stationären Filialen und digitalen Kanälen. Die Branche beobachtet nun genau, ob das hybride Modell aus Partnerlogistik und bestehenden Stores nachhaltig profitabler ist als isolierte Tech-Investitionen. Einzelhändler sollten prüfen, ob ihre eigenen Fulfillment-Investitionen tatsächlich skalieren – oder ob externe Flotten den besseren Hebel bieten.