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Swift beschleunigt grenzüberschreitende Zahlungen mit britischen Großbanken

Swift beschleunigt grenzüberschreitende Zahlungen mit britischen Großbanken

Warum dauern Auslandsüberweisungen oft noch Tage?

Ein deutscher Online-Händler, der in Großbritannien verkauft, kennt das Problem: Eine Rücküberweisung an einen Kunden in London oder eine Zahlung an einen britischen Lieferanten hängt manchmal mehrere Tage in der Schwebe. Die Ursache liegt oft im Nachrichtenaustausch zwischen den beteiligten Banken. Auch wenn SEPA-Überweisungen innerhalb der EU in Sekunden laufen, bleiben viele grenzüberschreitende Retail-Transfers auf dem Weg über mehrere Zwischenbanken stecken. Swift, das globale Messaging-Netzwerk für Finanztransaktionen, will diesen Engpass nun entschärfen.

Am Donnerstag gab das Unternehmen bekannt, dass es gemeinsam mit Barclays, HSBC, Lloyds und NatWest ein neues Framework für internationale Verbraucherzahlungen entwickelt. Die vier Banken vertreten zusammen einen erheblichen Teil des britischen Retail-Banking-Marktes. Ziel ist es, Geschwindigkeit, Transparenz und Datenqualität bei Auslandsüberweisungen zu verbessern.

“This framework represents an important step forward for the UK payments ecosystem.”
— Adam Bealey, Swift UK-Chef

Das Projekt zielt nicht auf Großtransaktionen zwischen Banken ab, sondern auf den Alltag des Zahlungsverkehrs: Gehaltsüberweisungen, Mietzahlungen, Rückerstattungen und eben auch E-Commerce-Zahlungen.

Was ändert sich konkret für Shopbetreiber?

Für E-Commerce-Manager ist vor allem eines relevant: Die Zeit zwischen Zahlungsauslösung und Gutschrift wird kürzer. Wer im Vereinigten Königreich Umsatz macht, muss heute oft damit rechnen, dass eine Banküberweisung aus Großbritannien zwei bis vier Werktage braucht, bis sie auf dem deutschen Geschäftskonto ankommt. Verzögerungen entstehen durch unvollständige Empfängerdaten, unterschiedliche regulatorische Anforderungen oder manuelle Prüfungen zwischen Korrespondenzbanken.

Das neue Swift-Framework soll die Datenqualität erhöhen und den Zahlungsfluss transparenter machen. Das reduziert Fehlbuchungen, verringert Rückfragen im Kundenservice und beschleunigt Rückzahlungen. Besonders für Händler mit niedrigen Margen macht sich der Effekt bemerkbar: Jeder Tag, den Geld im Zahlungsverkehr gebunden ist, belastet das Working Capital.

Kernsatz: Wer in Großbritannien verkauft, sollte prüfen, ob seine Zahlungsdienstleister und Bankpartner von der Swift-Initiative profitieren – und wann die Umsetzung in den eigenen Prozessen wirksam wird.

Neben der reinen Geschwindigkeit spielt auch die Vorhersagbarkeit eine Rolle. Wenn Käufer sehen, wann genau eine Zahlung beim Empfänger eintrifft, sinkt die Wahrscheinlichkeit von Kaufabbrüchen und Support-Anfragen. Das gilt vor allem für höherpreisige Artikel oder B2B-E-Commerce, bei dem Banküberweisung weiterhin eine häufige Zahlungsart ist.

Wann kommt das Framework zum Einsatz?

Swift hat den Startschuss für die Entwicklungsphase gegeben, einen konkreten Rollout-Termin für den produktiven Betrieb nannte das Unternehmen noch nicht. Die beteiligten Banken werden zunächst gemeinsame Standards für Datenformate und Routing-Regeln erarbeiten. Händler werden das vor allem über ihre Payment-Service-Provider, Acquirer und Geschäftsbanken spüren.

Bis dahin bleibt der pragmatische Rat: Prüfen Sie, wie lange Zahlungen aus Großbritannien aktuell wirklich dauern, und klären Sie mit Ihrem Zahlungsdienstleister, ob er schon an den neuen Swift-Standards arbeitet. Wer zusätzliche Reibungsverluste vermeiden will, kann parallel lokale Zahlungsmethoden wie Faster Payments oder ggf. Open-Banking-Initiated Payments ergänzen. Die Initiative der vier Großbanken ist kein revolutionärer Einschnitt, aber ein solider Schritt zu einem flüssigeren europäischen Zahlungsraum – auch jenseits der Brexit-Grenze.