Die Wall Street hatte mit 177,5 Milliarden Dollar gerechnet. Walmart lieferte 179,5 Milliarden. Der Einzelhandelsriese aus Bentonville übertraf im dritten Quartal 2025 die Analystenerwartungen um zwei Milliarden Dollar und steigerte den Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Prozent. Auch der Gewinn pro Aktie fiel mit 62 Cent höher aus als erwartet. Das Ergebnis deutet auf einen klaren Trend hin: Selbst bei steigenden Lebenshaltungskosten halten Amerikaner zu Walmart.
Wie gewinnt Walmart Kunden bei hoher Preissensibilität?
Das Kaufverhalten in den USA verschiebt sich merklich. Haushalte jonglieren mit stagnierenden Löhnen und teureren Alltagsausgaben. Genau hier setzt die Strategie von CEO Doug McMillon an. Er betont, dass die Kaufkraft selbst in gehobenen Einkommenssegmenten spürbar nachlässt. Walmart profitiert davon in doppelter Hinsicht. Der Konzern lockt Neukunden an, die früher bei teureren Wettbewerbern einkauften. Gleichzeitig kaufen Stammkunden verstärkt im Discounter ein.
Das Unternehmen beweist damit ein altes Gesetz des Einzelhandels: Niedrige Preise und eine breite Sortimentspalette ziehen auch in unsicheren Zeiten. Der Gewinn pro Aktie von 62 Cent übertraf die Prognosen. Wer das Budget schonen muss, wechselt die Kasse – und landet bei Walmart.
Warum wächst der Online-Handel bei Walmart um 27 Prozent?
Das Aushängeschild des Quartals heißt E-Commerce. Global legte das digitale Geschäft um 27 Prozent zu. Das ist kein Zufall. Walmart investiert massiv in die Bequemlichkeit des Online-Shoppings und hält dabei die Preise stabil. Lebensmittel, Elektronik und Haushaltswaren lassen sich über eine App bestellen. Kunden holen ihre Einkäufe im Laden ab oder lassen sie liefern.
Diese Kombination aus niedrigem Preisniveau und digitaler Erreichbarkeit stärkt die Markenbindung. Besonders angesichts steigender Lebenshaltungskosten entscheiden sich Verbraucher für vertraute Plattformen, die ihr Budget schonen. Walmart bietet genau das. Die 27 Prozent Wachstum im E-Commerce zeigen, dass der Konzern Amazon nicht länger nur zuschaut.
Welche Herausforderungen muss Walmart meistern?
Trotz der starken Zahlen blicken Doug McMillon und seine Finanzvorstände skeptisch auf die Kostenentwicklung. Inflation und höhere Importzölle, verstärkt durch geopolitische Spannungen, belasten die Lieferketten. Die Frage ist nicht, ob diese Kosten anfallen, sondern wer sie trägt. Schiebt Walmart die Preiserhöhungen an die Verbraucher weiter, riskiert es seinen Vorteil als Preisführer. Behält das Unternehmen die Margen selbst, schmilzt die Profitabilität.
Analysten beobachten genau, an welcher Stelle diese Waage kippt. Das Kaufverhalten der Amerikaner hat sich in den vergangenen Monaten schneller verschoben als erwartet. Wer jetzt zu viel verlangt, verliert Kunden. Wer zu viel absorbiert, gefährdet die Rendite. Das Management steht vor einer Zwickmühle.
Warum wechselt Walmart die Börsennotierung zum Nasdaq?
Walmart kündigte an, seine Aktiennotierung von der New York Stock Exchange an den Nasdaq zu verlagern. Dieser Schritt zieht zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Tech-Investitionen des Unternehmens. Der Nasdaq gilt als Heimat digitaler Konzerne. Mit dem Umzug positioniert sich Walmart neben Firmen wie Amazon oder Apple. Das Timing ist strategisch klug.
Gerade jetzt, wo das digitale Geschäft mit 27 Prozent Wachstum die Bilanz prägt, betont der Konzern seine technologische Relevanz. Die Transaktion steht allerdings noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und interner Abstimmungen. Sollte der Wechsel gelingen, spricht Walmart damit Investorenkreise außerhalb des klassischen Handels an.
Der US-Einzelhandelssektor steht unter Druck. Wer hier 5,8 Prozent Umsatzwachstum und 27 Prozent im Online-Handel vorlegt, spielt in einer anderen Liga als der Rest des Marktes. Walmart zeigt, wie man mit aggressiven Preisen und gleichzeitigen Digitalinvestitionen Marktanteile gewinnt. Ob dieser Kurs langfristig profitabel bleibt, hängt davon ab, wie geschickt das Management die kommenden Kostenschübe abfedert. Die Branche wird genau hinschauen müssen. Denn was Walmart im dritten Quartal 2025 vorgemacht hat, könnte bald der neue Maßstab für den gesamten Einzelhandel sein.
