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Media Buying: Omnicom fusioniert Mediahub und Hearts & Science – Folgen für Händler

Rund 750 Millionen US-Dollar an Synergien will Omnicom aus der Übernahme von IPG ziehen. Der jüngste Schritt auf diesem Weg: Die Holding verschmilzt ihre beiden Mediaagenturen Mediahub und Hearts & Science zu einer Einheit, die künftig unter neuem Namen und neuer Marke am Markt auftritt. Wer bei einem der beiden Häuser Media-Budgets platziert, sollte die Konditionen im laufenden Vertrag prüfen.

Mediahub, zuletzt stark im US-Markt mit Kunden wie Netflix und Pinterest positioniert, und Hearts & Science, die datengetriebene Omnicom-Agentur mit Großkunden wie AT&T und Procter & Gamble, werden organisatorisch und technologisch zusammengeführt. Offizielle Begründung: weniger Silos, mehr gemeinsame Dateninfrastruktur, schlankerer Go-to-Market. Beobachter der Branche gehen davon aus, dass dies nicht der letzte Konsolidierungsschritt der Holding bleibt.

Warum fusioniert Omnicom die beiden Agenturen?

Die Antwort liegt im Deal des Jahres: Mit der Ende 2025 abgeschlossenen Übernahme von Interpublic hat Omnicom die größte Werbeholding der Welt geschaffen – und ein Portfolioproblem geerbt. Zu viele Agenturmarken, zu viele überlappende Kompetenzen, zu hohe Fixkosten. Der Zusammenschluss von Mediahub und Hearts & Science ist die logische Konsequenz: Zwei mittelgroße Medianetworks mit ähnlicher Ausrichtung ergeben zusammen einen Player, der gegen Publicis Media und die neu aufgestellte WPP Media bestehen kann.

Technologisch dreht sich dabei alles um die hauseigene Plattform Omni. Omnicom bündelt dort Kundendaten, Media-Planung und Commerce-Signale – inklusive der 2023 für rund 835 Millionen US-Dollar erworbenen Flywheel Digital. Für Werbetreibende heißt das: Media-Entscheidungen sollen künftig enger mit Retail-Media-Daten von Amazon, Walmart und anderen Marktplätzen verknüpft werden.

Kernsatz: Die Agentur-Konsolidierung bei Omnicom ist kein Einzelfall, sondern Teil einer Branchenbewegung – Händler sollten ihre Agenturverträge und Datenhoheit jetzt aktiv nachverhandeln.

Was bedeutet das für deutsche Online-Händler?

Zunächst wenig Dramatik. Mediahub und Hearts & Science spielen im deutschen Mittelstand keine dominante Rolle; hierzulande sind OMD, PHD und Hearts & Science die sichtbaren Omnicom-Marken. Spürbar wird der Umbau aber auf drei Ebenen. Erstens: Weniger Agenturmarken bedeuten weniger Auswahl beim Pitch. Wer 2027 einen Media-Etat neu vergibt, trifft auf konzentriertere Gebotstabelle. Zweitens steigt mit der Einkaufsmacht der fusionierten Einheiten der Druck auf Media-Preise – das betrifft Händler ab siebenstelligen Werbebudgets direkt. Drittens setzt der Branchentrend auf proprietäre Datenplattformen Anschlussfähigkeit voraus: Wer seine Shop-, Warenkorb- und Retourendaten nicht sauber aufbereitet hat, kann aus den Omni-Systemen der Holdings kaum Mehrwert ziehen.

Konsolidierung bei den Holdings bedeutet für Werbetreibende: mehr Einkaufsmacht auf Agenturseite, weniger Verhandlungsspielraum auf Kundenseite.

Branchentrend: Auch WPP und Publicis verschlanken

Omnicom steht mit dieser Strategie nicht allein. WPP hat mit VML und der Umfirmierung von GroupM zu WPP Media eigene Marken geopfert, Publicis treibt die Integration unter dem Dach der Power of One weiter voran. Dahinter steckt eine einfache Rechnung: Programmatic und KI-gestützte Kampagnensteuerung reduzieren den Personalbedarf in der klassischen Media-Planung, während Kunden integrierte Teams aus Media, Data und Commerce verlangen.

Für Shop-Betreiber mit Etats zwischen 500.000 und fünf Millionen Euro Jahresbudget ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung: Vertragsklauseln zu Datenhoheit und Reporting-Transparenz gehören bei der nächsten Agenturverhandlung ganz nach oben auf die Agenda. Und wer noch kein sauberes First-Party-Daten-Setup aufgebaut hat, sollte das nicht der Agentur überlassen.

Der nächste Prüfstein für Omnicom kommt mit der Bekanntgabe des neuen Agenturnamens – und damit der Frage, ob die Fusion auch kulturell funktioniert. Die Geschichte solcher Zusammenschlüsse lehrt: Die ersten zwölf Monate entscheiden, ob Klienten bleiben oder ihre Etats woanders hintragen.