Zuerst die Rechnung. Kroger wirft 2,6 Milliarden Euro aus der Bilanz. Der größte Supermarktbetreiber der USA schließt mehrere automatisierte Erfüllungszentren und nimmt eine außerordentliche Wertminderung in Kauf, die den Gewinn sofort belastet. Gleichzeitig verspricht das Unternehmen bis 2026 rund 400 Millionen Euro zusätzliche Rentabilität im Online-Vertrieb. Das ist keine Krise. Das ist die neue Normalität im Lebensmittel-E-Commerce.
Warum Kroger 2,6 Milliarden Euro abschreibt, um das digitale Geschäft zu konsolidieren
Im Rahmen der strategischen Überprüfung seiner automatisierten Erfüllungseinrichtungen stuft Kroger einzelne Standorte als weniger produktiv ein und lässt sie zusperren. Dieser Einschnitt kostet kurzfristig etwa 2,6 Milliarden Euro. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Dichte in urbanen Gebieten wichtiger ist als die reine Anzahl automatisierter Lager. Weniger Standorte sollen mehr leisten. Statt Fläche setzt Kroger auf Nähe.
Wie DoorDash, Uber Eats und Instacart Kroger zum Schnelllieferer machen
Neben der internen Aufräumarbeit baut Kroger seine Partnerschaften mit Instacart, DoorDash und Uber Eats massiv aus. Das Ziel ist ambitioniert. Der Einzelhändler will neue Kunden innerhalb von 30 Minuten erreichen und das Einkaufserlebnis durch deutlich kürzere Lieferzeiten aufwerten. Schnelligkeit wird zum Wettbewerbsvorteil. Wer im Lebensmittelhandel online bestehen will, muss Tempo liefern.
Wie erreicht Kroger bis 2026 eine 400-Millionen-Euro-Rentabilität?
Die Rentabilitätsziele des Konzerns basieren auf einer hybriden Vertriebsstrategie, die Filialpräsenz, Drittlieferanten und verbleibende automatisierte Erfüllungszentren zu einem eng verzahnten Netzwerk verknüpft. Jeder Kanal soll dort eingesetzt werden, wo er ökonomisch am stärksten ist. Diese Herangehensweise hat Kroger bereits fünf aufeinanderfolgende Quartale mit zweistelligem Wachstum im Online-Geschäft beschert.
Technologisch setzt Kroger zudem auf den AI-gestützten Cart Assistant in der mobilen App. Das Tool personalisiert das Einkaufserlebnis und vereinfacht die Navigation durch das Sortiment. Datengetriebene Features sollen Kunden binden und den Warenkorbwert nachhaltig steigern. Jeder Euro Umsatz zählt.
Werden Handelsmarken zur treibenden Kraft hinter Krogers Plattformstrategie?
Die Fusion verschiedener Erfüllungsansätze schafft nicht nur Effizienzgewinne in der Logistik, sondern eröffnet auch neue Erlösströme im Werbegeschäft. Handelsmarken können über Krogers digitale Plattformen zunehmend gezielte Werbung schalten. Damit verwandelt sich das E-Commerce-Ökosystem vom reinen Vertriebskanal in ein profitables Mediennetzwerk mit attraktiven Margen.
Kroger beweist, dass der Lebensmittel-E-Commerce den Wendepunkt von reinem Wachstum hin zu nachhaltiger Rendite erreicht hat. Händler, die diesem Muster folgen, müssen allerdings eines akzeptieren. Wer im digitalen Lebensmittelhandel 2026 noch Gewinn machen will, muss heute harte Schnitte verkraften. Auch wenn diese kurzfristig Milliarden kosten.
