News Logistik

Lagertechnik im Fashion-E-Commerce: Personalshop setzt auf SmartPocket-Taschensorter

Lagertechnik im Fashion-E-Commerce: Personalshop setzt auf SmartPocket-Taschensorter

Der Fashion-Händler Personalshop hat in seinem Fulfillment Center ein SmartPocket-System in Betrieb genommen. Der Taschensorter des österreichischen Intralogistikspezialisten KNAPP soll die Auftragsabwicklung beschleunigen und die Retourenbearbeitung verschlanken, zwei Hebel, die gerade im Modehandel über die Marge entscheiden.

Personalshop betreibt seinen Online-Handel mit einem Sortiment, das stark von Saisonwechseln und hohen Retourenquoten geprägt ist. Genau hier setzt die Technik an: Statt Ware statisch zu lagern und kompliziert zu kommissionieren, hängt jedes Teil in einer eigenen Tasche am Fördersystem. Der Sorter puffert, sequenziert und führt die Artikel in der richtigen Reihenfolge zur Packstation.

Was kann das SmartPocket-System von KNAPP?

SmartPocket ist ein Taschensortiersystem, das Behänge- und Flachware ohne klassische Behälter transportiert. Jedes Kleidungsstück erhält eine eigene Transporttasche mit eindeutiger Identifikation. Das System kennt damit zu jedem Zeitpunkt Position und Status jedes einzelnen Artikels, vom Wareneingang bis zum Versand.

Der eigentliche Vorteil liegt im sequenzierten Warenbereitstellen. Mehrteilige Bestellungen laufen aus unterschiedlichen Lagerzonen zusammen, der Sorter stellt sie in exakt der Reihenfolge bereit, die der Packer am Arbeitsplatz braucht. Suchzeiten entfallen, Fehlerquoten sinken. KNAPP bewirbt das System für Durchsätze von bis zu 10.000 Taschen pro Stunde, eine Größenordnung, die auch Spitzenlasten wie Sale-Phasen oder den Weihnachtshandel abfedert.

Kernsatz: Taschensorter verwandeln die Retoure von einem Kostenfaktor in verfügbaren Bestand, zurückgeschickte Ware hängt nach der Prüfung sofort wieder verkaufsfähig im System.

Warum ist das gerade für Fashion-Händler relevant?

Retourenquoten von 40 bis 50 Prozent sind im deutschen Online-Modehandel eher Regel als Ausnahme. Jede Rücksendung, die tagelang auf die Wiedereinlagerung wartet, ist gebundenes Kapital und entgangener Umsatz. Beim Taschensorter wird geprüfte Retourenware direkt wieder eingehängt und steht unmittelbar für neue Bestellungen bereit. Der Kreislauf schließt sich in Stunden statt in Tagen.

Ein zweiter Punkt: Flächeneffizienz. Taschensysteme nutzen die Hallenhöhe und arbeiten auf mehreren Ebenen. Für Händler, deren Fulfillment Center an Kapazitätsgrenzen stößt, ist das oft die günstigere Alternative zum Neubau. Ob sich eine solche Investition lohnt, hängt allerdings am Bestellvolumen, unterhalb einiger tausend Sendungen täglich rechnet sich die Automatisierung selten.

Was Shopbetreiber jetzt prüfen sollten

Wer selbst über Automatisierung nachdenkt, muss nicht gleich ein Taschensystem dieser Größenordnung planen. Entscheidend ist die Frage, wo im eigenen Fulfillment die Zeit verloren geht: bei der Kommissionierung, beim Zusammenführen mehrteiliger Bestellungen oder bei den Retouren. Erst diese Analyse zeigt, ob ein Sorter, ein AutoStore-System oder schlicht eine bessere Wegeführung die richtige Antwort ist.

Der Schritt von Personalshop zeigt jedenfalls, wohin sich die Lagertechnik im Modehandel entwickelt: weg von statischen Regalen, hin zu Systemen, die jeden Artikel einzeln kennen und jederzeit bereitstellen können. Wettbewerber, die Retouren noch manuell wieder einlagern, verschenken dabei Verkaufstage, im Fashion-Geschäft mit seinen kurzen Saisonfenstern ein teurer Verzicht.