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LogiMAT 2026: Hörmann automatisiert Warenein- und -ausgang für AutoStore-Lager

LogiMAT 2026: Hörmann automatisiert Warenein- und -ausgang für AutoStore-Lager

AutoStore-Systeme verfügen über Durchsatzraten von bis zu 650 Behältern pro Station und Stunde, doch diese Geschwindigkeit bricht ein, wenn Paletten manuell entladen oder Sendungen am Versandpuffer konsolidiert werden müssen. Genau hier setzt Hörmann Intralogistics an. Auf der LogiMAT 2026 in Stuttgart zeigt der Anbieter, wie sich Wareneingangs- und Warenausgangsprozesse für AutoStore-Lager vollständig automatisieren lassen, ohne die modulare Architektur des Cube-Storage-Systems zu beeinträchtigen. Der Messeauftritt richtet sich gezielt an Betreiber, die ihre bestehende Robotik-Infrastruktur in einen durchgängigen Materialfluss einbetten wollen.

Warum klemmt es beim manuellen Warenumschlag?

E-Commerce-Betreiber, die AutoStore installieren, optimieren in der Regel Lagerfläche und Picking-Performance. Der Warenfluss vor und nach dem Robotik-Kern bleibt jedoch häufig auf konventionelle Prozesse angewiesen. Ein mittelständischer Händler mit 5.000 SKUs und 50.000 Sendungen pro Monat verliert schätzungsweise 30 bis 40 Prozent seiner intralogistischen Gesamteffizienz an den Schnittstellen zwischen LKW-Entladung, Entpackstation und Versandverplombung. Diese Lücke zwischen hochautomatisierter Lagerung und manuellem Umschlag wird im Zuge wachsender Same-Day-Delivery-Anforderungen zum Kostentreiber. Zudem verschärft der Fachkräftemangel in Lager und Versand die Situation, da physische Schwerstarbeit am Ein- und Ausgang zunehmend schwer zu besetzen ist.

Was zeigt Hörmann Intralogistics auf der LogiMAT 2026?

Auf dem Messestand präsentiert das Unternehmen eine durchgängige Materialflusskette für AutoStore-Umgebungen. Im Wareneingangsbereich kommen automatisierte Entladesysteme zum Einsatz, die Paletten und Pakete unabhängig vom Packmittel auf die Förderstrecke übergeben. Die Lösungen integrieren sich in bestehende AutoStore-Portale und übernehmen die Vorqualifizierung durch Scannen, Wiegen und Etikettieren, bevor der Behälter in das Robotik-Gitter eintritt. Dabei achtet Hörmann darauf, dass die Portallösungen modular skalierbar bleiben und sich nachträglich an wachsende SKU-Zahlen oder geänderte Packmittel anpassen lassen.

Am Warenausgang verknüpft Hörmann Kommissionierergebnisse aus dem AutoStore direkt mit Wiegetechnik, Volumenerfassung und Verpackungsautomaten. Der Versandbereich soll dabei als Pufferzone fungieren, die Taktungsschwankungen zwischen Lager und Spedition ausgleicht. Besonders für Händler mit hoher Variantenvielfalt und stark schwankenden Auftragskurven ist dieser Ausgleichspuffer relevant, da er manuelles Handling in der Peak-Season reduziert. Gleichzeitig sinkt die Fehlerrate bei der Versandetikettierung, weil Daten aus dem Warehouse-Management-System ohne Medienbruch an die Paketdienstleister weitergegeben werden.

Kernsatz: Die Automatisierung von Ein- und Ausgang macht den AutoStore-Kern erst wirtschaftlich, weil sie den Gesamtdurchsatz auf Lagerebene anhebt und Personalengpässe an den kritischsten Stellen des Materialflusses eliminiert.

Lohnt sich die Investition für den Mittelstand?

AutoStore-Installationen starten bei mehreren hunderttausend Euro; die Anbindung an mechanisierte Ein- und Ausgangssysteme treibt die Gesamtinvestition zusätzlich. Dennoch beobachtet der Markt eine steigende Nachfrage nach integrierten Komplettlösungen. Laut der aktuellen Studie „Intralogistik 2025“ des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) planen 68 Prozent der befragten Händler mit Jahresumsätzen über zehn Millionen Euro die Erweiterung ihrer Wareneingangsautomatisierung innerhalb der nächsten drei Jahre. Für den E-Commerce-Sektor verschiebt sich die Rentabilitätsrechnung zunehmend vom reinen Lagerplatz hin zum Durchsatz pro Quadratmeter. Die Investition lohnt sich für mittelständische Betreiber dann, wenn Sendungsdichte und SKU-Vielfalt manuelles Handling ökonomisch unrentabel machen.

Hörmann positioniert sich damit als Schnittstellenanbieter zwischen robotergestützter Lagerung und klassischem Warenumschlag. Ob der Ansatz für kleinere Shops mit unter fünf Millionen Euro Jahresumsatz skaliert, hängt von der Verweildauer im System ab. Für wachsende D2C-Marken mit bestehendem oder geplantem AutoStore dürfte die LogiMAT 2026 jedoch einen pragmatischen Blick darauf liefern, wo der nächste Hebel im Lager wirklich sitzt. Die Messe öffnet vom 10. bis 12. März 2026 ihre Tore in Stuttgart.