36 Euro im Monat, zehn Lagerstandorte: Shopify hat die Standort-Limits im Basic Plan angehoben und damit eine der häufigsten Upgrade-Fallen für wachsende Händler entschärft. Wer bisher mit mehreren Lagern, einem stationären Laden oder einem Fulfillment-Partner arbeitete, musste für die Standortverwaltung schnell in teurere Pläne wechseln. Diese Hürde fällt jetzt weg.
Konkret heißt das: Der Shopify Online Store Basic Plan für 36 Euro monatlich erlaubt die Verwaltung von bis zu zehn Inventarstandorten. Zuvor lag die Grenze im Einstiegstarif deutlich niedriger – Händler mit mehreren Warenlagern stießen schnell an das Limit und standen vor der Wahl: Bestände künstlich zusammenführen oder den Plan upgraden.
Was bedeutet das für den Shop-Alltag?
Für Händler mit mehreren Standorten ändert sich der Umgang mit dem Bestand spürbar. Jedes Lager, jede Filiale und jeder externe Fulfillment-Standort lässt sich im Shopify-Backend als eigener Ort mit eigenem Bestand führen. Beim Versand entscheidet die Fulfillment-Priorität, von welchem Standort eine Bestellung ausgeliefert wird.
Ein Beispiel: Ein Modehändler mit Lager in Hamburg, Ladengeschäft in Köln und angeschlossenem 3PL-Dienstleister kann alle drei Bestände getrennt führen – ohne den Wechsel in einen höheren Tarif. Retouren lassen sich dem richtigen Standort zuordnen, Umlagerungen werden im System abgebildet statt in Excel-Listen.
Die Bestandsverwaltung pro Standort funktioniert über die gewohnten Wege: manuell im Admin, per CSV-Import oder über die Inventory-API. Wer Bestände automatisiert synchronisieren will, greift auf Apps wie Syncio oder Inventory Planner zurück – relevant vor allem für Händler, die mehrere Shopify-Shops oder Marktplatzbestände parallel führen.
Warum senkt Shopify die Einstiegshürde?
Der Schritt passt in eine größere Linie: Shopify drückt seit Monaten Funktionen aus höheren Tarifen nach unten, um wachsende Händler länger im Ökosystem zu halten, statt sie zu Shopware, WooCommerce oder JTL wandern zu lassen. Gerade im deutschsprachigen Raum, wo JTL-Wawi und plentymarkets bei Multi-Lager-Händlern stark sind, war das Standort-Limit ein echtes Argument gegen den Einstiegstarif.
Für Händler zwischen einer und fünf Millionen Euro Jahresumsatz entfällt damit ein klassischer Upgrade-Zwang – der Basic Plan reicht in vielen Fällen deutlich weiter als noch vor einem Jahr.
Kritisch bleibt anzumerken: Zehn Standorte lösen nicht jedes Problem. Wer standortabhängige Preise, getrennte Steuersätze pro Filiale oder komplexe Routing-Logik braucht, kommt um Apps oder höhere Tarife weiterhin nicht herum. Auch die Transaktionsgebühren bleiben im Basic Plan am höchsten – bei steigendem Volumen rechnet sich der Shopify-Plan oft trotzdem.
Wann lohnt sich der Wechsel trotzdem?
Die Standort-Erweiterung ändert nichts an den übrigen Plan-Unterschieden: Berichte, Personalkonten und Gebührenstaffelungen bleiben gestaffelt. Händler sollten deshalb nicht reflexartig upgraden – aber eben auch nicht mehr nur wegen der Lagerzahl.
Praktischer Handlungsimpuls: Wer aktuell Bestände mehrerer Standorte in einem einzigen Shopify-Lager zusammenführt, sollte die Aufteilung prüfen. Getrennt geführte Bestände verbessern die Lieferversprechen im Checkout und reduzieren Overselling – ein Punkt, der sich direkt auf die Conversion auswirkt. Im Admin lässt sich die Standortstruktur unter Einstellungen → Standorte ohne Migration aufbauen, bestehende Bestände werden per CSV neu zugeordnet. Der Aufwand hält sich in Grenzen; der Nutzen im Tagesgeschäft ist es meist wert.
