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36 Prozent der SMB-Käufer setzen auf FinTech-Zahlungsanbieter

Was zeigt der PYMNTS-Mastercard-Report?

Fast jeder dritte kleine und mittlere Betrieb, der 2025 Produktionsinputs aus dem Ausland bezog, will künftig FinTech-Zahlungsanbieter für grenzüberschreitende Transaktionen einsetzen. Das ergibt die Studie „The Cross-Border Opportunity“ von PYMNTS Intelligence und Mastercard, für die 310 US-amerikanische SMBs befragt wurden. Banken verlieren dabei nicht komplett den Anschluss – sie müssen aber zunehmend Anteile an spezialisierte Payment-Plattformen abgeben.

Die Zahlen deuten auf eine pragmatische Neuausrichtung hin. SMBs arbeiten weiterhin mit klassischen Banken, wenn es um Kredite, Treasury oder regulatorische Sicherheit geht. Bei der Abwicklung konkreter Auslandszahlungen greifen sie aber verstärkt zu FinTechs, die niedrigere FX-Kosten, schnellere Settlement-Zyklen und bessere Transparenz bei Gebühren versprechen. Für Einkäufer, die monatlich Zehntausende Dollar an internationale Lieferanten überweisen, macht das einen messbaren Unterschied im Working Capital.

Warum sollten deutsche E-Commerce-Manager das beobachten?

Der US-Markt fungiert hier als Frühindikator. Deutsche Online-Händler und Shop-Betreiber, die Waren aus Asien, Osteuropa oder Nordamerika beziehen, stehen vor denselben Kostenfallen: Wechselkursaufschläge, unklare Interbank-Gebühren und verzögerte Zahlungseingänge, die Liefertermine verschieben. Wer seine Cross-Border-Zahlungen nicht regelmäßig benchmarkt, zahlt im Jahr schnell fünf- bis sechsstellige Euro an vermeidbaren Kosten.

Kernsatz: FinTechs im B2B-Payment gewinnen nicht, weil Händler Banken ablehnen – sondern weil sie bei grenzüberschreitenden Transaktionen messbare Kostenvorteile und Transparenz bieten.

Auch auf der Erlösseite lohnt der Blick. Shopbetreiber, die international verkaufen, müssen Kunden lokale Zahlungsarten anbieten – von iDEAL in den Niederlanden über Pix in Brasilien bis zu Klarna in Skandinavien. Traditionelle Acquirer decken diese Ländervielfalt oft nur lückenhaft ab. Hier können Payment-Plattformen wie Stripe, Adyen oder spezialisierte B2B-Provider wie Airwallex und Wise Business die Conversion-Rate im Checkout spürbar heben, weil sie lokale Zahlwege und Währungen aus einer Hand ermöglichen.

Wie positionieren sich Händler im Cross-Border-Payment?

Zunächst sollte ein Zahlungs-Flow-Audit her. Shopbetreiber prüfen, über welche Kanäle sie aktuell an internationale Lieferanten zahlen und welche Gebühren dabei tatsächlich anfallen. Oft zeigt sich, dass der vermeintlich günstige SEPA-Überweisungsweg bei Nicht-EUR-Währungen durch Wechselkursmargen deutlich teurer wird als ein multiwährungsfähiger FinTech-Account.

Gleichzeitig gilt: Nicht jeder FinTech-Provider passt zu jedem Geschäftsmodell. Händler mit hohen Transaktionsvolumen und komplexen Supply-Chain-Zahlungen brauchen API-fähige Lösungen mit Treasury-Funktionen. Kleinere Shops profitieren eher von einfach integrierbaren Checkout-Plugins, die sie an Shopify, WooCommerce oder Shopware anbinden. Wer beide Seiten – Einkauf und Verkauf – aus einer Plattform abwickelt, reduziert nicht nur Kosten, sondern auch das Währungsrisiko.

Der Report macht eines deutlich: Cross-Border-Payment wird zum aktiven Kostentreiber, nicht zur stillen Nebenrolle. Händler, die 2026 ihre internationalen Zahlungswege nicht gezielt optimieren, lassen Geld auf dem Tisch – sowohl beim Einkauf als auch beim Verkauf.